header ratundhilfe 01 1170

allgemeine homöopathische Einnahmehinweise für die Selbstmedikation

Potenzen in der Selbstmedikation

Es ist ratsam in der Selbstmedikation tiefe Potenzen zu verwenden, denn Potenzen wie D3, D6 oder D12 rufen in der empfohlenen Dosierung kaum Erstverschlimmerungen hervor. Häufiger kommt es zu Erstverschlimmerungen bei Potenzen wie D/C30 oder D/C200. Daher sollte man mit diesen Potenzen nicht "experimentieren", sondern sie nur von erfahrenen Therapeuten einsetzen lassen.
 
Potenzen während der Schwangerschaft

Therapiert man in der Schwangerschaft mit homöopathischen Mitteln, so nimmt man bei vielen Ausgangsstoffen die D12, da ab der D12 keine toxikologischen Kontaminationen, keine unerwünschten Reststoffe mehr enthalten sind. Aus eben diesem Grund empfehlen einige Therapeuten auch niedrige C Potenzen in der Schwangerschaft, da bei C Potenzen der Verdünnungsgrad höher ist, d.h. weniger Ausgangsstoff bei gleicher homöopathischer Information vorhanden ist.

Dilution, Globuli oder Tabletten

Ob mit Globuli, Tabletten oder einer Dilution therapiert wird, beeinflusst die Wirksamkeit kaum. Entscheidend ist die Potenz des gewählten Mittels und nicht die Darreichungsform. Meist empfehlen wir die Gabe von Globuli. Denn Kinder mögen die kleinen "Zuckerkügelchen" gerne und sie sind frei von Alkohol und Laktose.

Dosierung

Säuglinge: pro Gabe 1 Globuli (zwischen Unterlippe/Unterkiefer auf die Mundschleimhaut legen oder 3 Globuli in etwas Wasser auflösen und von einem Plastiklöffel geben)
Kleinkinder: pro Gabe 3 Globuli (im Mund zergehen lassen/lutschen)
Erwachsene: pro Gabe 5 Globuli

Zeitpunkt der Einnahme

Am besten können sich die homöopathischen Wirkungen entfalten, wenn man die Globuli 1/2 Stunde vor oder nach dem Essen im Mund zergehen lässt. Die Mundschleimhaut sollte frei von anderen "Störfaktoren" sein. Im akuten Fall ist es jedoch wichtig, darüber hinweg zu sehen und sofort mit der Einnahme zu beginnen.

akute Behandlung

Ein Symptom, das akut auftritt, sollte umgehend behandelt werden. Man kann daher anfangs alle 1/4 bis 1/2 Stunde eine Gabe einnehmen.

Als Faustregel gilt:

  • 1. Tag stündlich
  • 2. Tag alle 2 Stunden
  • 3. Tag 3 mal täglich

Tritt eine Besserung ein, reduziert man die Einnahmehäufigkeit, d.h. statt 3 mal täglich reicht eine 1-2 mal tägliche Gabe. Sobald es einem wieder gut geht, die Symptome verschwunden sind, setzt man das Mittel ab.

chronische Symptome

Die Faustregel zur Behandlung dauerhafter Erkrankungen lautet:

  • 3 mal täglich eine Gabe über einen Zeitraum von 3 Wochen
  • 1 Woche Pause

Sind die Beschwerden noch nicht abgeklungen, wiederholt man die Einnahme für 3 Wochen. Im Anschluss erfolgt erneut eine Pause von einer Woche, auf diese Weise wird der Impuls neu gesetzt und eine bessere Wirkung erzielt. Mit diesem Einnahmeschema wird bis zur Besserung therapiert. Treten später wieder die "alten" Symptome auf, reicht meist eine kurzzeitige Behandlung mit dem selben Mittel, um die Beschwerden schnell zum Abklingen zu bringen. Es sollte eine leicht positive Veränderung/Reaktion schon relativ zu Anfang der Behandlung bemerkbar sein, eventuell auch eine "Erstverschlimmerung". Diese wäre ein Hinweis auf die Wirksamkeit des Mittels, darauf, dass die homoöpathische Substanz "passt". Tritt in keinem Fall eine Besserung ein, sollte man sich an einen homöopathischen Therapeuten wenden, da dann das Krankheitsbild für die Selbstbehandlung zu komplex ist. Grundsätzlich therapiert man immer nach Symptomen. Wenn sich die Symptome ändern, wechselt man das Mittel.

Beispiel:

Ein Kind neigt ständig zu Mittelohrentzündung. Zur Systemstabilisierung hat man Ferrum phosphoricum D12 zur 3 mal täglichen Einnahme ausgewählt. Plötzlich kündigt sich ein neuer Infekt mit starken Halsschmerzen und Fieber an... dann wird Ferrum phosphoricum abgesetzt und z.B. mit Belladonna D6 akut die Halsschmerzen und das Fieber behandelt. Ist der Infekt abgeklungen, wird die Ferrum phosphoricum Therapie wieder aufgenommen und mit dem Behandlungsschema für chronische Erkrankungen fortgefahren. Bis zur Besserung.